3. Mai: Tag der Pressefreiheit

Leider nein. Weltweit sind Presse- und Meinungsfreiheit bedroht. Und auch in Deutschland gefährden Fake News die Demokratie, werden Journalistinnen und Journalisten angefeindet oder bedroht, ist die Pressefreiheit nicht mehr „gut“, sondern „zufriedenstellend“.

Die Presse- und Meinungsfreiheit sind in Deutschland im Grundgesetz verankert. Deshalb ist es für uns selbstverständlich, dass die Regierung von Journalisten öffentlich kritisiert werden darf, doch das ist nicht überall so! Oft hört man davon, dass in anderen Ländern Reporter verhaftet werden, wodurch die Pressefreiheit massiv eingeschränkt wird. Dabei ist freie Meinungsäußerung in Zeitungen oder im Internet sehr wichtig, denn alle Menschen sollten die Möglichkeit haben, objektiv zu erfahren, was auf der Welt passiert.

Die Folgen einer eingeschränkten Pressefreiheit sind unter anderem, dass kritische Artikel aus dem Internet entfernt, Journalisten festgenommen oder sogar getötet werden. Daraus ergibt sich, dass die Regierung ihre Taten verherrlichen oder sogar vertuschen kann.

Weltweit werden in China die meisten Journalisten festgenommen, mit jährlich über 100 Inhaftierten. Doch auch in vielen anderen Ländern ist die Pressefreiheit stark eingeschränkt, siehe Karte. Im Jahr 2020 wurden auf der ganzen Welt mindestens 387 Journalisten verhaftet. Das wurde von der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ bekannt gegeben; doch es gibt natürlich viele unbekannte Fälle. 

Deshalb ist es wichtig, unrechtmäßig inhaftierte Journalisten nicht zu vergessen und auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Der Druck, der durch internationale Aktionen, beispielsweise den Briefmarathon von Amnesty International, auf die betroffenen Regierungen aufgebaut wird, hat schon öfters zu Erfolg geführt. Ein Beispiel dafür ist Ahmet Altan, ein türkischer Journalist, der über vier Jahre unschuldig im Gefängnis war. Durch verschiedene Aktionen von Menschenrechtsbewegungen konnte er diesen April endlich das Gefängnis verlassen. 

Presse- und Meinungsfreiheit sind ein unverzichtbarer Bestandteil einer Demokratie, denn durch sie erfährt man unzensiert, was im eigenen Land und auf der Welt vor sich geht.

Damit wir – du, ich und alle – unsere Meinung auch weiterhin frei äußern können, Sprechverbote in Deutschland keine Chance haben und ein größeres Bewusstsein für das hohe Gut der freien Rede entsteht, wurde die Woche der Meinungsfreiheit vom Tag der Pressefreiheit am 3. Mai bis zum Tag der Bücherverbrennung am 10. Mai ins Leben gerufen. Im Zentrum der bundesweiten Aktionswoche steht die Charta der Meinungsfreiheit. Es wurden elf Punkte zur Meinungsfreiheit formuliert, zu deren Schutz und Beachtung sich die Unterzeichnenden verpflichten. Hier kannst auch du unterzeichnen!

L. Wetzel und M. Schuhmann  / Amnesty AG